RRX - Rhein Ruhr Express, Investitionen von über 2,65 Milliarden Euro

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Das Rheinland soll enger mit dem Ruhrgebiet und Westfalen verknüpft werden. Drei Buchstaben stehen hierfür: RRX.

 

Der Rhein-Ruhr-Express (RRX) soll ab 2030 den Regionalverkehr auf der Schiene auf eine neue Qualitätsstufe stellen und, so NRW-Verkehrsminister Groschek: „Der RRX wird die Mobilität von vielen zehntausend Pendlern verbessern und das Thema Ölsardine in der Bimmelbahn erledigen."

 

Am gestrigen Tage wurde von ihm hierzu eine Nutzenstudie für das Milliardenprojekt vorgestellt.


Heute nutzen täglich 2,4 Millionen Menschen den Regionalverkehr in NRW. Mit der Einführung des RRX sollen es dann noch deutlich mehr werden: 24 000 Personenfahrten oder umgerechnet zwei Millionen Personenkilometer wird der Rhein-Ruhr-Express den Prognosen nach von der Straße auf die Schiene verlagern. In den Ausbau der RRX-Strecken in ganz NRW werden in den kommenden Jahren mehr als 2,65 Milliarden Euro investiert.

 

Neben einer erheblichen Entlastung für die Straße werde eine Senkung von Luft- und Lärmbelastungen einhergehen. 418 Millionen Pkw-Kilometer können auf das Jahr gerechnet so eingespart werden. Das entspräche fast  1000 Flügen zum Mond. Zudem soll ebenfalls die Wirtschaft vom RRX profitieren. Dies geschehe einerseits durch notwendige Investitionen in den Ausbau des Schienennetzes und der Bahnhöfe, andererseits aber auch durch die Anschaffung der neuen Triebwagen und deren Wartung. Im Rheinland werden 19 Bahnhöfe und Stationen umgebaut. 600 Arbeitsplätze sichert der RRX allein bei Siemens in NRW. In der Werkstatt in Dortmund sind es 100 neue Jobs, hier werden die Fahrzeuge gewartet. Darüber hinaus werden ca. 200.000 Quadratmeter Schallschutzwände zwischen Köln und Duisburg errichtet.

 

Ein eigenes Gleis soll garantieren, dass der Zug nicht mehr schnellere Fernverkehrszüge vorbeiziehen lassen muss.  Geplant ist dabei u. a., die Viergleisigkeit zwischen Köln-Mülheim und Düsseldorf-Benrath zu vervollständigen und die Strecke von Düsseldorf-Benrath bis Duisburg-Großenbaum sogar sechsgleisig auszubauen.  

 

Werktags sollen dann 60 Züge je Richtung von Köln über Leverkusen nach Düsseldorf und zurück fahren. Dies entspricht damit einer Steigerung um mehr als 75 Prozent gegenüber dem heutigen Stand, so die Studie.

 

Entlang einer sogenannten Kernachse von Köln über Düsseldorf, Duisburg, Essen nach Dortmund sind vier RRX-Linien geplant.  Sie sollen in  einem 15-Minuten-Takt  den größten Ballungsraum des europäischen Kontinents verbinden.

Sieben Linien des Rhein-Ruhr-Expresses werden dann künftig die bestehenden Anschlüsse in den Regionen verbessern. Bereits ab Ende 2018 sollen die ersten der 82 Siemens-Triebfahrzeuge des Typs Desiro HC (Kosten ca. 800 Millionen Euro) im Vorlaufbetrieb eingesetzt werden.  Im Gebiet des Nahverkehr Rheinland sollen ab Juni 2019 die ersten RRX-Fahrzeuge auf der RE5-Linie Wesel, Köln, Koblenz den Regelbetrieb aufnehmen.

 

Die Fahrzeuge werden mit 800 Sitzplätzen und mit weiterer zukunftsweisenden Ausstattung aufwarten. Dazu zählen WLAN an Bord, verbesserter Mobilfunkempfang, Steckdosen am Platz sowie eine Videoüberwachung. Zudem soll ein barrierefreier Zugang vom Bahnsteig. breitere Türen und großzügig bemessene Einstiegsräume den Fahrgastwechsel gewährleisten. Zudem sind Bereiche vorgesehen, welche auf die Belange von Fahrgästen mit Rollstühlen sowie deren Begleiter speziell ausgelegt sind. Für seh- und hörgeschädigte Menschen werden an und in den Zügen Hilfen wie taktile Leitstreifen sowie visuelle und akustische Fahrgastinformationen angeboten. Des Weiteren  werden die Fahrzeuge über eine design-prämierte Universal-Toilette verfügen. Neben der notwendigen Funktionalität soll hier dann "ein harmonisches Gesamtbild aller verbauten Komponenten überzeugen". Geplant ist, dass elektrodynamische Bremsen die Lärmbelästigung beim Anfahren und Bremsen minimieren. Ein Diagnosesystem, das Fehler erkennt, ehe sie auftreten, wird ebenfalls eingesetzt.

 

Landesverkehrsminister Michael  Groschek ist davon überzeugt, dass der RRX auch das Angebot im Nahverkehr verbessern werde. Aufhorchen lassen jedoch die in diesem Zusammenhang von Jürgen Fenske (Vorsitzender der Kölner-Verkehrs-Betriebe), der darauf hinweist, dass dazu jedoch mehr Finanzzuschüsse des Bundes als bisher notwendig seien. Ohne solche Finanzierungszusagen werde der Anschluss zum und vom RRX in der Luft hängen.

 

Der Bahnhof Köln-Mülheim sollte nach Wunsch der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker unmittelbar in den RRX-Fahrplan aufgenommen werden. Reker verwies daraus, dass viele Pendler aus dem bergischen Raum hier bisher ihren Abfahrts-  und Zielbahnhof nach Düsseldorf hätten. Daher dürfe der Bahnhof Köln-Mülheim nicht unberücksichtigt bleiben.